Tipp: Übersäuerung

Übersäuerung und Verschlackung
Juni 2010

Diese 2 Begriffe haben im Moment Hochkonjunktur. Überall hört und liest man diese 2 Wörter. Aber was bedeuten sie eigentlich? Wofür stehen sie? Was können Übersäuerung und Verschlackung im Körper anrichten? Was kann man tun?

Die 2 Begriffe bedeuten eigentlich das Gleiche, beide meinen die Ansammlung von „Abfallstoffen“ und Säuren im menschlichen Körper.
Alle Stoffwechselprozesse im Körper hinterlassen solche Rückstände, aber auch andere Umstände können dazu führen dazu, dass sich Säuren und Schlacken bilden. Wenn die Menge dieser Stoffe ein bestimmtes Maß überschreitet, kann der Körper nicht mehr genug abbauen und ausscheiden, die Säuren und Schlacken sammeln sich.

Der Organismus räumt diesen „Müll“ auf die Seite, das heißt er packt ihn ins Depot. Zuerst wird dieses Saure  vor allem in Bindegwebe wie z. B. das Unterhautgewebe (Cellulite), Knorpel, Sehnen und Bänder gelagert. Wenn dieses Depot voll ist, werden auch anderen Bereiche des Körpers genutzt, um überschüssige Säuren aus dem Weg zu räumen. Das führt dann dazu, dass Funktionen blockiert werden und der Organsmus seine Aufgaben nicht mehr richtig erledigen kann. Der Säuren- Basen- Haushalt ist nicht mehr ausgewogen.

Unterschiedlichste Beschwerden und Krankheiten können Zeichen für eine Übersäuerung sein. Manchmal ist es eine unerklärbare starke Müdigkeit. Aber auch unklare Kopf- oder Bauchschmerzen können solch ein Zeichen sein. Auch Verdauungsprobleme, Hautirritationen oder sogar Autoimmunkrankheiten wie z. B. Rheuma oder Allergien können mit Übersäuerung in Verbindung gebracht werden.
Viele Heilpraktiker haben seit Jahren und Jahrzehnten die Erfahrungen gemacht, dass die meisten chronischen Erkrankungen in Zusammenhang stehen mit einer Übersäuerung.

Oft bessern sich Beschwerden oder können sogar verschwinden, wenn man dem Organismus hilft, die überschüssige Säuren abzubauen. Dadurch kann der Körper wieder seine Funktionen so ausführen, wie es eigentlich vorgesehen ist. Das Verhältnis zwischen Säuren und Basen kommt wieder ins Gleichgewicht. Im neutralen oder basischen Bereich funktioniert der Körper am besten.

Wenn der menschliche Organismus ins saure Milieu abrutscht, ist auch das vegetativen Nervensystem betroffen.  Das vegetative Nervensystem ist der Teil, der nicht von unserem Bewusstsein beeinflusst wird. Er steuert unter anderem den Herzschlag, die Verdauung, die Temperatur, den Schlaf und die Atmung. Aber auch unsere Energie und Freude wird mitbeeinflusst von diesem Teil unseres Nervensystems.

Die Regulation aller wichtigen Funktionen im Organismus hängt davon ab, wie in diesem Teil des Nervensytems der Sympathikus und der Parasympathikus miteinander arbeiten.  Der Sympathikus ist der aktive Teil, der z. B. die Atmung und den Herzschlag beschleunigt oder Stress- Hormone freisetzt, usw. Der Parasympathikus ist der Gegenspieler, er beruhigt und gleicht aus und ist dafür verantwortlich, dass der Sympathikus nicht über das Ziel hinausschiesst.

Wenn durch die Säuren die Ausgleichmechanismen der Reize für das vegetative Nervensystem gestört sind, führt das meist zu einer übermäßigen Anregung bis hin zur Überreizung des Sympathikus. Bei solch einer permanenten Überreizung ist der Mensch irgendwann erschöpft, es kommt zu Beschwerden wie Antriebslosigkeit, Schlafprobleme und Erschöpfung. Auch werden vermehrt oder sogar ohne Grund Stress- Hormone ausgeschüttet, was zu Reizbarkeit, Aggressionen und Wut führen kann.
Wenn dann noch die eigentlichen Stressoren dazu kommen wie Überlastung z. B. durch Beruf, Familie, Finanzen oder Gifte wie Nikotin und Alkohol ist für jeden klar, dass der menschliche Organismus total überlastet ist.

Ein überaktiver Sympathikus sorgt auch dafür, dass sich unsere Muskulatur eher verkrampft. Das gilt nicht nur für die Muskeln des Bewegungsapparates. Auch die sogenannen „glatten Muskeln“ verengen sich und die Versorung wird schlechter. Glatte Muskulatur haben wir z. B. im Darm und in den Blutgefäßen. Auch die Hirnversorung wird beeinträchtigt und es zeigen sich Beschwerden, wie z. B. Gedächtnisschwäche, Konzentrationsstörungen oder Vergesslichkeit. 

Bei übersäuerten Menschen können überhöhte Infektanfälligkeit und sogar überschießende Reaktionen des Immunsystems beobachtet werden. Das begünstigt alle Arten von Infekten und Autoimmun- Erkrankungen.

Wie kann man feststellen, ob man übersäuert ist?
Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass in unserer Zeit kaum noch jemand ohne Übersäuerung ist. Aber um sicher zu gehen, kann man verschiedene Tests machen lassen. Im normalen Blutbild kann man zu viel Säuren nicht erkennen. Es gibt aber spezielle Blutuntersuchungen, mit denen man nachweisen kann, wie sauer die Stoffwechsellage der einzelnen Organsysteme z. B. ist.

Im Urin dagegen kann man sehr gut Säuren nachweisen, sogar selber zu Hause. Dabei muss allerdings mehrmals am Tag gemessen werden, denn im Laufe des Tages verändern sich die Säuren- und Basenwerte. Das 1. Mal sollten vor dem Frühstück gemessen werden, dann nochmal am Vormittag und nochmal vor dem Mittagessen. Das 4. Mal wird am Nachmittag gemessen und ein letztes Mal vor dem Abendessen. Für diese Messungen gibt es in der Apotheke spezielle Mess- Streifen aus Lackmus- Papier. Je nach Säuregrad verfärbt sich der Streifen unterschiedlich. Sie können aber auch ein Labor beauftragen, Ihren Urin auf Säuren zu untersuchen.

Wenn Sie diese Messungen selber zu Hause durchführen wollen, sollten Sie folgendes beachten:
Bitte nehmen Sie für die Messungen immer den sogenannten Mittelstrahl- Urin.

Lassen Sie erst etwas Urin ab , bevor Sie den Streifen kurz unter den folgenden Urin halten. Das ist der Mittelstrahl- Urin. Den restlichen Urin wieder ganz normal in die Toilette ablassen.

Der Morgenurin ist am sauersten, von allen Stoffwechseln der Nacht sind die Rückstände im ersten Urin.
1. Messung, 7 Uhr, nüchtern: die Werte sollten zwischen pH 6,2 und pH 6,5 liegen.

2 bis 3 Stunden nach de Frühstück sollte der Urin eher basisch sein.
2. Messung, 10 Uhr: die Werte sollten bei ca. pH 7,4 liegen.

Vor dem Mittagessen sollten die Werte wieder im sauren Bereich liegen durch die Stoffwechsel am Morgen.
3. Messung, 12 Uhr: der Wert sollte unter pH 7,0 liegen.

Genau um diese Zeit entstehen viele Basen durch die Verdauung.
4. Messung, 15 Uhr: der Wert sollte mindestens bei pH 7,4 liegen.

Wenn nach dem Mittagessen nichts mehr gegessen wurde, sollte wieder der saure Bereich erreicht sein.
5. Messung, 18 Uhr: der Wert sollte unter pH 7 liegen.

Wenn Sie feststellen, dass Ihre Messwerte abweichen, sollten Sie unbedingt etwas unternehmen, um die Säuren abzubauen. Und damit stellt sich die Frage, wie macht man das, wie kann man entsäuern? Es gibt da verschiedene Möglichkeiten und einige davon werde ich Ihnen nun vorstellen.

Wenn wir unseren Körper entsäuern wollen, können wir unterschiedlich vorgehen und auch verschiedene Möglichkeiten kombinieren.
Erst einmal ist es wichtig, die Organe, die die Säuren bearbeiten und ausscheiden, in jedem möglichen Maß zu unterstützen. Da ist dann ausreichend Flüssigkeit – Wasser – gefragt, damit die Abfallstoffe abtransportiert werden können.

Besonders unterstützten sollten wir unsere Leber. Die muss alles, was von außen kommt, in die chemischen Bestandteile zerlegen. Nährstoffe werden dann wieder dem Körper zugeführt. Die Giftstoffe können wasserlöslich sein, dann werden sie über die Nieren und die Blase ausgeschieden. Wenn die Giftstoffe nicht in Wasser gelöst werden können, werden sie über den Darm ausgeschieden.

Leider ist es aber so, dass es Stoffe gibt, die nicht ausgeschieden werden können. Sie verbleiben im Körper, werden möglichst so gelagert, dass es im besten Fall nur wenig Probleme gibt. Aber im Laufe der Zeit summiert sich das Ganze und es kann zu unterschiedlichsten Problemen führen. 

Auch unsere Lungen atmen Säuren ab, z. B. Kohlensäure und über das Schwitzen werden Giftstoffe über die Haut ausgeschieden.

Um nun Leber, Darm, Nieren, Blase, Lunge und Haut zu entsäuern, ist es wichtig, darauf zu achten, dass wir Säuren meiden und zum anderen genug Basen zu uns nehmen, dass die Säuren neutralisiert werden. Dann können sie ohne Probleme ausgeschieden werden.

Die einfachste und preisgünstigste Möglichkeit zu entgiften ist das Fasten. Hier ist nicht nur das Heilfasten zu nennen, sondern besonders auch das Basenfasten. Da Heilfasten nicht für jeden geeignet ist (z. B. Diabetiker, Herzkranke, Kinder, Menschen mit Essstörungen), ist das Basenfasten eine sehr gute Alternative. Beim Basenfasten werden 1- 2 Wochen nur Lebensmittel gegessen und getrunken, die basisch sind. Listen der basischen Lebensmittel gibt es in Büchern und auch in meiner Praxis.

Beim Heilfasten werden eine Woche lang keine festen Nahrungsmittel gegessen, nur Wasser, etwas Saft und Gemüsebrühe sind erlaubt.

Sie können sich gerne auch an mich wenden, denn ich kann Sie beim Fasten begleiten und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Außerdem biete ich 2x im Jahr auch Fasten in einer Gruppe an.
Da wir in unserer Zeit ständig mit Giften zu tun haben über Luft, Wasser, Lebensmittel, Stress, usw. ist es gut, 1 bis 2x im Jahr zu entgiften, sprich zu fasten. Wenn nach dem Fasten die Ernährung so umzustellen werden kann,  dass man nur noch 20 % säuernde Lebensmittel zu sich nimmt und 80 % basische, kommt man gar nicht mehr in einen so großen Säurenüberschuss.

Um alle entsäuernden Möglichkeiten noch zu unterstützen, ist es sehr gut, wenn Sie sich auch bewegen. Körperliche Betätigung, egal ob spazieren gehen, radfahren, schwimmen oder joggen oder sonst was ist eine wunderbare Unterstützung für Ihren Körper.
Nicht nur dass  durch die bessere Atmung mehr Kohlensäure abgeatmet wird und dann mehr Sauerstoff aufgenommen werden kann. Auch das Schwitzen unterstützt die Entsäuerung. Durch Bewegung werden alle Organe in ihrer Arbeit unterstützt und angeregt, also auch die Entgiftungsorgane. Dass Bewegung eine Verbesserung der Herzarbeit und des Kreislaufs mitbringt, ist seit langem bekannt. Auch die Gelenke profitieren davon.

Alle Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme u.v.m. tragen dazu bei, dass unser Körper überhaupt arbeiten und auch entgiften kann. Besonders wichtig zum Neutralisieren der Säuren und Gifte sind Mineralstoffe. Zusätzliche Mineralstoffe (z.B. von Dr. Schüßler) unterstützten das Entsäuern. Basenpräparate und Basenbäder arbeiten auf die gleiche Weise, mit Mineralstoffen.

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, ich habe versucht, Ihnen einen kleinen Einblick zur Übersäuerung und Verschlackung zu geben. Ich hoffe, Sie konnten einige Anregungen und Ideen übernehmen. Wenn Fragen aufgetaucht sind oder wenn etwas unklar ist, rufen Sie mich doch an und wir klären das in einem persönlichen Gespräch.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Entgiften und Entsäuern.

Ihre Heilpraktikerin Karin Smolin

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