Tipp: Sonnenbrand

Sonnenbrand – bitte nicht unterschätzen 
Juli 2012

Nun ist er doch noch gekommen, der Sommer 2012. Lange mussten wir warten, aber nun hat der Juli doch noch einige Sonnenstunden gebracht. Und ganz schnell ist ER auch wieder da, der Sonnenbrand.

Gerade wenn wir unsere Haut nicht langsam an die Sonne gewöhnen, sondern wenn wir gleich in der Sonne „grillen“, ist das für unsere Haut eine Tortour. Gebräunt sein verbinden wir heute mit Gesundheit. Gebräunte Menschen sehen besser aus, sind besser drauf und machen insgesamt einen gesünderen Eindruck als „Bleichgesichter“ – glauben wir. Aber das ist oft nicht richtig so.

Bräunen, ob im Studio oder in der Sonne direkt, ist für unsere Haut, unser größtes Organ, immer eine Herausforderung. Mit den braunen Pigmente bildet sie einen Schutz vor einer Verbrennung. UV- Strahlen abzuwehren ist purer Streß für unseren ganzen Organismus.

Es stimmt zwar, dass UV- Strahlen, besonders wenn wir die Sonne dafür nutzen, unsere Stimmung bessern, wichtig sind für die Knochen und das Kreislaufsystem. Aber damit ist nicht gemeint, stundenlang in der Sonne zu braten. Wie so oft ist allzu viel ungesund.

UV- Strahlen zu oft und zu stark eingesetzt, lassen unsere Haut sehr viel schneller altern. Die Haut verdickt sich und auch Falten sind ein Zeichen für die Hautalterung. Man sagt von Menschen, die viel draußen arbeiten, sie hätten ein wettergegerbtes Gesicht. Leder wird gegerbt, damit man es für die Weiterverarbeitung zu Kleidung und Schuhen usw. nutzen kann. Möchte man das für seine Haut?

Durch die UV- Strahlen wird die Haut bis in die Tiefe hinein geschädigt. Das aktiviert im Körper sofort die klassischen Entzündungsreaktionen: Rötung, Hitze, Schwellung, Schmerz + Bewegungseinschränkung.

Für den Körper ist jeder noch so kleine Sonnenbrand eine Verletzung, eine Verbrennung. Er aktiviert sofort alle Stoffe und Zellen, die nötig sind, zu regenerieren und Erreger abzuhalten. Deshalb haben wir auch bei stärkerem Sonnenbrand ähnliche Beschwerden wie bei einem Infekt. Wir fühlen uns schlapp und müde, es kommt zu Kopfschmerzen, wir schlafen schlecht, haben keinen Appetit, dafür aber großen Durst.

Deshalb ist der beste Schutz für Ihre Haut und Ihre Gesundheit , erst gar keinen Sonnenbrand zu bekommen. Ihre Kleidung schützt vor UV- Strahlung, aber es bleiben immer noch genug Stellen, die „Haut zeigen“. Z. B. das Gesicht ist immer ungeschützt den Strahlen ausgesetzt und muss entsprechend behandelt werden.

Ein Sonnenschutzmittel mit entsprechendem Lichtschutzfaktor (LSF) hilft, dass die Dauer des Selbstschutzes der Haut verlängert wird. Wenn Sie zum Beispiel ohne Sonnenschutz nach 10 min. in der Sonne einen Sonnenbrand bekommen, verlängert ein Mittel mit LSF 2 Ihren Selbstschutz auf 20 min. LSF 15 verlängert die Dauer auf 150 min. Öfter eincremen schützt nicht länger, tut der Haut aber gut.

Vorsicht !!!  Bei hellem Sand, Wasser oder Schnee. Diese Oberflächen reflektieren die Strahlung und verstärken sie. Hier ist ein höherer LSF nötig.

Sich bei voller UV- Strahlung im Schatten aufzuhalten hat mehr Vorteile als keinen Sonnenbrand zu bekommen. Hier sind Sie auch geschützt vor einem Sonnenstich. Sie sollten, wenn Sie sich länger in der Sonne aufhalten, daran denken, Ihren Kopf zu schützen.

Da heute die Ozonschicht als natürlicher Schutz immer weniger wird, ist ein Sonnenbrand ganz schnell da. Immer wenn hohe Ozonwerte gemessen werden, steigt auch das Risiko für einen Sonnenbrand.

Unsere Haut vergißt nicht und problematisch ist dabei, dass durch jeden Sonnenbrand die Häufigkeit von sogenannten Malignen Melanomen (Schwarzer Hautkrebs) drastisch steigt. Besonders Verbrennungen vor dem Erwachsenenalter sind gefährlich.     

UV- Strahlen und besonders die kurzwelligen B- Strahlen schädigen die DNA der Hautzellen. Deshalb kann es eher zu Fehlern beim Wiederaufbau der Zellen kommen und diese entarten.

Natürlich hängt es von der Dauer und Intensität der Strahlung ab, ob Sie einen Sonnenbrand bekommen, aber auch von Ihrem Haut- Typ. Es wird unterschieden in 6 Typen:

Typ 1: Die Haut ist auffallend hell und blass, hat viele Sommersprossen. Die Haare sind hellblond oder rötlich, die Augen sind grün oder blau, selten braun. Die Haut wird nicht braun, immer nur rot. Der Sonnenbrand ist immer schwer und schmerzhaft, danach schält sich die Haut. Diese Haut kann sich nur ca. 5 – 10 min. in der Sonne selber schützen.

Typ 2: Die Haut ist dunkler als bei Typ 1, sie hat auch weniger Sommersprossen. Die Haare sind blond bis hellbraun, die Augen sind blau, grün oder die Haut bräunt nur wenig, Der Sonnenbrand ist meistens schwer und schmerzhaft, danach schält sich die Haut. Diese Haut kann sich nur ca. 10 – 20 min. in der Sonne selber schützen.

Typ 3: Die Haut ist hellbraun, sie hat keine Sommersprossen. Die Haare sind dunkelblond bis braun, die Augen sind braun oder die Haut bräunt gut. Sonnenbrand tritt seltener auf und ist dann auch nur mäßig schlimm und schmerzhaft. Diese Haut kann sich 20 – 30 min. in der Sonne selber schützen.

Typ 4: Die Haut ist Braun, sie hat keine Sommersprossen. Die Haare sind dunkelbraun bis schwarz, die Augen  sind braun. Die Haut bräunt schnell und tief. Ein Sonnenbrand tritt selten auf. Diese Haut kann sich 45 min. in der Sonne selber schützen.

Typ 5: Die Haut ist dunkelbraun, sie hat keine Sommersprossen. Die Haare sind schwarz, die Augen sind braun. Die Haut bräunt schnell und tief. Ein Sonnenbrand tritt kaum auf. Diese Haut kann sich 60 min. in der Sonne selber schützen.

Typ 6: Die Haut ist dunkel bis schwarz, sie hat keine Sommersprossen. Die Haare sind schwarz, die Augen sind dunkel. Die Haut ist immer gebräunt. Ein Sonnenbrand tritt äußerst selben auf. Diese Haut kann sich 90 min. in der Sonne selber schützen.

Es ist also für die Haut und den ganzen Organismus wichtig, dass Sie die Sonne so genießen, dass es keinen Sonnenbrand gibt. Aber was können Sie tun, wenn Sie nun doch einen Sonnenbrand bekommen haben?

Ein leichter Sonnenbrand heilt normalerweise innerhalt von 2 -3 Tagen ohne große Folgen aus. Obwohl die Haut an der verbrannten Stelle rot, heiß und sehr empfindlich ist, kann man diese leichten Verbrennungen gut selber behandeln.
Dies ist eine Verbrennung 1. Grades.

Wenn aber eine größere Fläche betroffen ist (mehr als 5 % der gesamten Oberfläche) und sich Schwellungen und Blasen bilden, handelt es sich hierbei schon um eine Verbrennung 2. Grades.

Wenn dazu noch Fieber und Schmerzen kommen und sogar das blanke Fleisch zu sehen ist, handelt es sich um eine Verbrennung 3. Grades.

Bei Verbrennungen 2. und 3. Grades sollten Sie immer eine Arzt aufsuchen !

Einen leichten Sonnenbrand können Sie gut mit Naturheilmitteln behandeln und auch bei den Hausmitteln finden sich solche, die der Haut helfen, sich schnell und vollständig zu regenerieren. Hier einige Beispiele für solche Erstmaßnahmen:

  • Combudoron Gel von WELEDA enthält Auszüge von Brennnessel und Arnika. Das Gel kühlt und sofort ist eine Besserung zu spüren.
  • Aloe vera Gel kühlt, lindert den Schmerz und unterstützt die Haut beim Heilungsprozess.
  • Urtica urens Urtinktur enthält nur den Auszug aus der Brennnessel. Sie wirkt schmerzlindernd und abschwellend.
  • Calendula als Urtinktur oder Gel hilft der Haut ebenfalls.
  • Johanniskrautöl- Tinktur (Rotöl) beruhigt die Haut und regt die Regeneration an.
  • Die Urtinkturen sollten in lauwarmem Wasser verdünnt werden (1:10). Dann ein sauberes Tuch damit tränken, auswringen und als Kompresse oder Umschlag auf die betroffenen Stellen legen, öfter erneuern.

Schüßler- Salze:
Nr. 3
(Ferrum phosphoricum) D12 ist das Notfallmittel in der Biochemie. Außerdem ist es das Mittel für das 1. Entzündungsstadium. Gleichzeitig lindert es Schmerzen und hilft heilen und es aktiviert das Immunsystem und die Zellneubildung.

Nr. 8 (Natrium chloratum) D6 – ist das Mittel, das den Flüssigkeitshaushalt reguliert. Es sorgt für die nötige Feuchtigkeit im Gewebe nach einer Verbrennung. Es ist für den Aufbau von Zellstrukturen unverzichtbar und es sorgt für eine gute Weiterleitung von Informationen von Zelle zu Zelle.

Die Schüßler- Salze können innerlich und äußerlich angewendet werden. Bei einem aktem Sonnenbrand können Sie alle paar Minuten je 1 Tbl. lutschen, bis eine Besserung eintritt. Dann können die Abstände der Einnahme immer größer werden.

Gleichzeitig können jeweils 3 -5 Tbl. in einem Viertel lauwarmem Wasser aufgelöst werden. Ein sauberes Tuch damit tränken, auswringen und auf die betroffenen Stellen legen, öfter erneuern.

Auch homöopatische Mittel können bei einem Sonnenbrand helfen. Auch hier dürfen Sie gerne die Anwendung innerlich und äußerllich machen. Von den entsprechenden Globuli immer 3 lutschen, alle paar Mnuten, bis eine Besserung zu spüren ist. Dann auch einen Umschlag mit in Wasser aufgelösten Globuli auflegen.

Hier kommen unter anderem folgende Mittel in Frage:

Apis mellifica (Honigbiene) – Hilft bei Rötung und Schwellung mit Jucken und Brennen, Kälte bessert.

Arnica   – Hilft bei allen Arten von Verletzungen und Entzündungen.

Belladonna (schwarze Tollkrische)  – Hilft bei Beschwerden, die plötzlich und heftig beginnen, auch Röte ist dabei ein Thema. Außerdem besteht eine Überempfindlichkeit aller Sinne.

Cantharis (spanische Fliege)  – Hilft bei Rötung, Schwellung und brennenden Schmerzen.

Ein besonderes Spray gebt es von der Firma Similisan. Es handelt sich um ein homöopathisches Komplexmittel. Es bringt sofort Erleichterung und die Haut verarbeitet den Sonnenbrand sehr gut, oft ohne sich zu schälen.
Folgende Inhaltstoffe sind darin:
Calendula officinalis D4 (Ringelblume)
Echinacea angustifolia D4 (Sonnenhut)
Cantharis (Lytta vesicantoria) D6 (span. Fliege)
Urtica urens D4 (Brennnessel)

Als Hausmittel gibt es die unterschiedlichsten Vorschläge:

– Gurken- oder Kartoffelscheiben auflegen

– Zitronen- oder Limettensaft auftupfen

– Petersilienbrei aufbringen

– Leinsamenöl oder Sanddornöl einreiben

– Ringelblumensalbe oder Zinksalbe aufbringen

– Joghurt oder Quark aufstreichen

– Kefir mit Wasser und Honig vermischt als Kompresse auflegen

– Eischnee auftragen, trocknen lassen und mit Kamillentee abwaschen

– mit Essig getränkte Auflagen machen

– Schwarzer Tee als Kompresse

–  Eichenrindenextrakt

Bei einigen der genannten Hausmitteln bin ich skeptisch. Öle eignen sich wohl besser zur späteren Behandlung, genauso Salben und Milchprodukte.

Nun haben Sie einiges, das Sie anwenden können, wenn Sie oder jemand aus Ihrer Familie doch einen Sonnenbrand erwischt hat. Nun kann der Sommer kommen.

Genießen Sie die Sonne, aber denken Sie daran, Ihre Haut zu schützen. Dann werden Sie an Ihrer „gesunden Bräune“ länger Freude haben.

 

Viel Spaß in diesem Sommer.

Ihre Heilpraktikerin Karin Smolin

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